OWL wird Modellregion für Sektorenkopplung: Energie Impuls OWL Mitglieder investieren 2 Millionen in intelligentes Energiesystem 4.0

OWL kommt dem Ziel, aus den gut entwickelten Einzelkomponenten in der Energieregion OWL ein intelligentes Energiesystem zu schaffen, einen guten Schritt näher: Vernetzung und Digitalisierung werden auch hier zu Schlüsselkompetenzen. Eine starke Community in OWL startet das Projekt SynErgieOWL, um OWL auch als Modellregion für Sektorenkopplung zu positionieren.

 

 „Wir realisieren ein Projekt, in dem sonst abgeregelte erneuerbare Energie in wind- und sonnenstarken Zeiten genutzt wird, um fossil basierte Energien emissionsfrei zu ersetzen. Dafür entwickeln wir beispielsweise ein börsenpreisoptimiertes, kostengünstiges Steuerungsverfahren für Wärmeanwendungen und E-Mobilität in Privathaushalten.“ erläutert Klaus Meyer Geschäftsführer von Energie Impuls OWL e.V.

Das Projekt konzentriert sich zunächst auf die privaten Haushalte, weil hier das Lastverschiebepotential noch erheblich höher ist als z.B. in Industrieunternehmen, wie die Studie Lastmanagement NRW der Energieagentur NRW 2016 zeigt.

Diese gezielte Verschiebung der Stromentnahmen wird durch die direkte Kopplung der aktuellen Strompreissituation mit den Steuerzeiten der Heizungssysteme wie Wärmepumpen oder Speicherheizungen erreicht oder – bei fossilen Heizungssystemen – durch Ergänzung mit strombasierten Komponenten.

Möglich wird dies durch eine neue technologische Grundlage der Kommunikationstechnik, die 450 MHz-Technik des Verteilnetzbetreibers Westfalen Weser Netz. Auf dieser Basis sehen die beteiligten Komponentenhersteller nun einen echten kommerziellen Anreiz, ihre Technologien weiter zu entwickeln und damit das Flexibilisierungspotential wesentlich zu erhöhen.

„Wir wollen das Modell der börsenpreisgekoppelten Betriebsweise auf die E-Mobilität übertragen und damit zusätzlich zur Lastverschiebung im Wärmesektor die CO2-reduzierte Sektorenkopplung Strom-Wärme-Mobilität einführen." so Meyer weiter. In dem Projekt steckt großes Potential: „Wir wollen konkrete Geschäftsmodelle für den Stromvertrieb, Verteilnetzbetreiber sowie Hersteller von Regelungstechnikkomponenten, Wärmepumpen und E-Auto Ladeinfrastrukturen entwickeln.“

Darüber trägt das Projekt zur Senkung der EEG-Differenzkosten bei und liefert Vorschläge für die rechtlichen Bedingungen, um die am Start stehende Energieinnovationen im Markt zu entfesseln.

Als Konsortialführer hat Energie Impuls OWL mit seinen Mitgliedern Westfalen Weser Netz, WestfalenWIND Strom, Keitlinghaus Umweltservice, Ottensmeier Ingenieure, Waterkotte, Siekerkotte, Tekmar, Wallb-e sowie der Hochschule OWL den Wettbewerbsbeitrag 'SynErgieOWL' im Klimaschutzwettbewerb EnergieSektorenkopplung.NRW bei der LeitmarktAgentur.NRW im Forschungszentrum Jülich eingereicht und das Projekt gewinnen können. Die zwei Millionen Euro, die von den Partnern in OWL investiert werden, werden zur Hälfte vom Land NRW und der europäischen Union mitgetragen.