Lebensmittel 4.0 - OWL intensiviert den Austausch mit Südkorea

Südkorea strebt mit seinem Lebensmitteltechnologiezentrum FoodPolis eine führende Position bei der Erforschung und Weiterentwicklung von Lösungen für die Lebensmittelwirtschaft an. Dabei setzt es auf Digitalisierung und Vernetzung der Prozesse, Kooperation und auf den Austausch mit Akteuren aus OWL. So lud FoodPolis unser Expertenteam ein, ihr internationales Symposium „Food Industry and the 4th Industrial Revolution“ im Forschungszentrum des Clusters in Iksan, 200 km südlich von Seoul, mitzugestalten.

v.r.: Norbert Reichl (FPI), Dr. Yoon Chan suk (FOODPOLIS), Eunbyeong Im (CSB), Dr. Sabine Brunklaus (ILT.NRW), Dr. Klemens van Betteray (CSB), Simone Schiller (DLG), Dr. Hermann Schlöder (BMEL), Hendrik Schulte-Wess (Dr. Oetker)

„Es ist beachtlich, mit welchen Perspektiven, welcher Leidenschaft und auch welchen Ressourcen hier in Südkorea die Zukunft der Lebensmittelproduktion gestaltet wird“, zeigte sich Dr. van Betteray von der CSB-System AG beeindruckt. Neben ihm gehörten Vertreter des Instituts für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) der Hochschule OWL, der Food-Processing Initiative und der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG sowie Vertreter des BMEL und der DLG zu dem deutschen Expertenteam.

FoodPolis beeindruckt sehr

2007 wurde das Lebensmitteltechnologiezentrum vom koreanischen Ministerium für Landwirtschaft, Lebensmittel und ländliche Entwicklung initiiert und mit rund 500 Millionen Dollar gefördert. Auf einer Fläche von 358 Hektar sind neben Forschungs- und Dienstleistungszentren für die Lebensmittelbranche Schulen, Universitäten, Gewerbegebiete und Grünanlagen geplant bzw. bereits realisiert. Mit dieser geballten Kompetenz und der Expertise ausländischer Partner sollen Lösungen für den globalen Nahrungsbedarf und weitere komplexe Fragen der Lebensmittelherstellung erforscht und weiterentwickelt werden.

Voneinander lernen im Fokus

Dr. Hermann Schlöder vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellte in seinem Vortrag die deutschen Rahmenbedingungen der Lebensmittelindustrie, Handelspolitik, Lebensmittel­sicherheit und Digitalisierung vor. Dr. Sabine Brunklaus vom ILT.NRW gab direkt in Anschluss einen Überblick zu Forschungsansätzen und Projekten im Bereich „Lebens­mitteltechnologie 4.0“ an der Hochschule OWL. Insbesondere stellte sie die Partnerschaft smartFoodTechnologyOWL vor und das Projekt Lebensmittel 4.0, bei dem der FPI e.V. Projektpartner ist.

Aus dem Blickwinkel der Verpackungsindustrie referierte Dr. YangJai Shin vom Mirae Packaging Institut über den Einfluss von Industrie 4.0 auf die koreanische Lebensmittel­industrie und damit verbundene Entwicklungen in der Verpackungsbranche. Dr. DonghJu Kim erläuterte zu Beginn der zweiten Session wie ein HACCP-Konzept zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit auf Basis von ICT bzw. IoT (Internet of Things) funktioniert.

Zum Abschluss der Session referierte Dr. Klemens van Betteray von der CSB-System AG über die Zukunft der Lebensmittelbranche: „Industrie 4.0 – Quo vadis Lebensmittelindustrie?“, insbesondere mit Blick auf Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Fleischverarbeitung sowie neue Ansätze wie 3D-gedrucktes „Kulturfleisch“. Neben der Konferenz und der Besichtigung der Labore der FoodPolis standen noch Unternehmensbesuche auf der Agenda. So wurden der Wursthersteller S-Food und auch die staatliche Kontrollbehörde für die Fleischwirtschaft besichtigt und ein Gespräch mit dem ständigen Vertreter der deutschen Botschaft in Seoul geführt.

Erfolgreiche Vernetzung von Kompetenz

„Ich freue mich, dass wir interessierte Partner auch aus unserem Netzwerk FPI mit auf diese spannende und lehrreiche Reise nehmen konnten und auf ein Wiedersehen mit unseren Gastgebern“, fasste Norbert Reichl, Geschäftsführer des FPI e.V. zusammen. Erst im Mai 2017 einigten sich Foodpolis, das führende koreanische Food Cluster und die Food-Processing Initiative e.V. (FPI), Branchennetzwerk aus Bielefeld, anlässlich eines Besuchs bei der CSB-System AG in Geilenkirchen darauf, die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation zu intensivieren. Das Wiedersehen hat bereits stattgefunden: Im Februar wurde der Austausch, diesmal wieder in Deutschland, beim ILT in Lemgo fortgesetzt.

Eine Überblick über alle Leistungsangebote der FoodPolis finden Sie im Internet unter: eng.foodpolis.kr

 

 

Ansprechpartner
Norbert Reichl
Food-Processing Initiative e.V., Projektleiter Lebensmittel 4.0
T 0521 98640-0