(Elektro)-Mobilität von Morgen: Kommunaler Leitfaden für Kommunen veröffentlicht

Mobilität von morgen: Die Zielmaßgabe der Bundesregierung ist hoch: Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland 40 Prozent weniger Treibhausgase gegenüber dem Stichjahr 1990 produziert werden. Allerdings können Gesetze und Verordnungen nur eine Maßnahme sein, um dieses Klimaschutzziel zu erreichen. Wir müssen alle selbst aktiv werden und handeln. Dazu braucht es Ideen und kreative Konzepte, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Gerade im Mobilitätssektor gibt es viele Einsparpotenziale. Daher fördert die Bundesregierung den Zuwachs von elektrisch betriebenen Fahrzeugen.

Hier setzte auch das Projekt „Elektromobilität in Lippe“ (EMiLippe) an. In Kooperation mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen hat der Kreis Lippe ein Mobilitätskonzept entwickelt, das für den ländlichen Raum gedacht ist. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Wirtschaftsverkehr und der optimalen Nutzung von erneuerbaren Energien. „Lippe diente dabei als Modellkreis. In solchen ländlichen Gebieten wie unseren wird letztendlich der Klimawandel entschieden“, erklärt der Landrat von Lippe, Dr. Axel Lehman

Im ländlichen Raum wird nicht nur die meiste regenerative Energie erzeugt (produziert), sondern es gibt mehr Autos und mit diesen werden auch durchschnittlich mehr Kilometer (mit dem Auto) zurückgelegt, u.a. aufgrund der größeren Entfernungen und des eingeschränkteren ÖPNV-Angebots. Um mit einem guten Beispiel voranzugehen und ein Umdenken anzuregen, sollen Unternehmen und Institutionen den ersten Schritt machen. Ihre Fahrzeugflotten sollen kontinuierlich auf Elektroautos umgestellt werden. Roland Bent, Mitglied der Geschäftsführung bei der Phoenix Contact GmbH, begrüßt diesen Ansatz: „Elektromobilität und die damit verbundenen Techniken sind ein wesentlicher Teil der gesamten Industrie 4.0-Entwicklung.“

Damit sich der Übergang aber nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Unternehmen lohnt, wurde in dem Projekt EMiLippe sowohl ein Mobilitäts- als auch (und) Energiemanagement für Werksverkehre entwickelt und erprobt. An der Testphase beteiligten sich der Kreis Lippe, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH, die Herbert Kannegiesser GmbH und die itelligence AG sowie die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, das Ostwestfälisches Institut für Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik und das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation.

Ziel war es während des Projektzeitraums die Fahrzeuge mit erneuerbarer und möglichst selbsterzeugter Energie fahren zulassen. Außerdem stellten sich die Projektpartner der Herausforderung, die 15 vorhandenen Fahrzeuge zeitlich und räumlich möglichst vielen Mitarbeitern, beispielsweise für Dienstfahrten, anzubieten.

Für das Vorhaben schufen die teilnehmenden Unternehmen ein eigenes Netzwerk, durch das selbst produzierter Strom an die Fahrzeuge weitergeleitet werden kann. Dafür entwickelte Phoenix Contact eine regenerative Ladesäule und die Firma Kannegiesser einen Energiestellplatz. Die beiden Systeme arbeiten intelligent zusammen: Die Stellplätze können etwa durch Photovoltaik-Dächer eigene Energie erzeugen und geben sie an die Ladesäulen ab. Der nicht benötigte Strom wird von den Säulen aus in das regionale (dezentrale) Energienetz eingespeist. Die Datenerfassung und Koordinierung des Gesamtbetriebs hat die itelligence AG zusätzlich mit einem Energie- und Mobilitätsmanagementsystem vorangetrieben. So erzielten die Partner eine optimale Auslastung und einen energieeffizienten Betrieb der Fahrzeuge sowie einen gesicherten Informationsaustausch untereinander. „Mit dem System können wir Datenmengen echtzeitlich kanalisieren. Durch den Verbund intelligenter und vernetzter IT-Systeme lassen sich deutlich Ressourcen sparen und Prozesse wesentlich effizienter gestalten“, bekräftigt Mark Albrecht, itelligence AG

Am Ende der Projektes zogen die Teilnehmer ein positives Fazit. Im Rahmen des Projekts konnte der Einsatz der elektrisch betriebenen Fahrzeuge aus knapp 90 Prozent nachhaltiger Energie gewährleistet werden. Durch ein gemeinsames Nutzungskonzept konnten die Mitarbeiter die Autos zudem standortübergreifend verwenden. „Mit unserem Projekt gehen wir im Klimaschutz einen großen Schritt nach vorn und zeigen: Elektromobilität funktioniert auch im ländlichen Raum“, resümiert Klaus Schafmeister, Leiter des Zukunftsbüros Lippe. EMiLippe beweist, dass der Einsatz von E-Mobility in der Fahrzeugflotte von Unternehmen oder Kommunen unter Nutzung von nachhaltigem Strom umweltfreundlich und wirtschaftlich zugleich ist. Die Ergebnisse sind in dem kommunalen Leitfaden zusammengefasst. Weitere Infos finden Sie auch bei unserem Schaufenster.

Ansprechpartner
Ann-Kathrin Habighorst
Kreis Lippe, Projekmanagerin
T 05231 62-1150