Eine Idee wird Wirklichkeit: BildungsCampus Herford ist eröffnet

Nach nur neun Monaten Zeit für Planung, Aus- und Umbaumaßnahmen eröffnet der BildungsCampus Herford am 4. September 2017 eröffnet. Erster Nutzer ist die Fachhochschule für Finanzen, die mit 160 Studentinnen und Studenten sowie 14 Dozentinnen und Dozenten ihren Betrieb aufnimmt.

Der BildungsCampus Herford entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Wentworth-Kaserne. Die britischen Streitkräfte, die 1945 ihr Hauptquartier dort aufschlugen, verließen 2015 diesen Standort. Ihren Abzug hatten sie bereits 2010 avisiert, so dass die Stadt Herford im Bürgerdialog genügend Zeit für die Ideenfindung der Nachnutzung hatte. Im Zielfindungsprozess 2015 konkretisierte sich die Idee des BildungsCampus. Die Stadt Herford will nicht nur als Wirtschaftsstandort attraktiv sein, sondern für öffentliche und private Bildungseinrichtungen Raum bieten. Die Konversion zum BildungsCampus ist eines der wichtigsten Projekte in der Hansestadt Herford.


Förderung durch „Nationale Projekte des Städtebaus“
Nur drei Monate nach Antragsstellung wurde der BildungsCampus Herford neben 16 weiteren Projekten aus insgesamt 118 Anträgen im Juli 2016 für das Bundesprogramm ausgewählt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreichte am 30. November 2016 offiziell die Förderurkunde, mit der eine Fördersumme von 3,4 Mio. Euro verbunden ist.
Mit diesen Fördermitteln aus dem Bundesprogramm wird ein zentraler Treffpunkt als Kommunikations- und Begegnungsfläche für die Nutzer des BildungsCampus geschaffen. Zudem ist die Umgestaltung des Kasernenareals zu einem attraktiven Campusgelände sowie die Umnutzung und Sanierung einzelner Gebäude der ehemaligen Wentworth-Kaserne geplant.
Sechs Monate Zeit für Bau- und Umbaumaßnahmen der Ausbaustufe 1
Nahezu zeitgleich mit dem Förderbescheid erhielt die Stadt Herford die Ansiedlungszusage der Fachhochschule für Finanzen, die für die Studierenden über den Hauptsitz in Nordkirchen und die Dependence in Hamminkeln hinaus, weitere Räumlichkeiten benötigen.
Norbert Landshut, Geschäftsführer der 2015 gegründeten Stadtentwicklungs-gesellschaft Hansestadt Herford mbH, stellt sich mit seinem Team dieser Herausforderung. Gleich im Januar 2017 begannen die Planungen und im März starteten die baulichen Aus- und Umbaumaßnahmen.

4. September 2017: Das Semester beginnt
Die Fachhochschule für Finanzen (FHF) wird zunächst das ehemalige Stabshaus A, Teile des Konferenzzentrums sowie das ehemalige Offizierskasino nutzen.
Das Stabshaus wurde in einer ARGE von Architekten und Innenarchitekten der Kreativ Agentur Moysig und Cziesla Architekten geplant. In diesen Gebäuden sind Seminarräume, die Verwaltung, eine Bibliothek und die Dozenten- und Studentenappartements untergebracht.
Im Kongresszentrum ist das Auditorium mit ca. 270 Sitzplätzen und der modernen Medientechnik in Herford einmalig. Weitere Seminarräume können von Interessenten für Veranstaltungen gebucht werden. Die FHF nutzt in diesem Gebäude einige Räume als Lehrsäle.
Das ehemalige Offizierskasino auf der gegenüberliegenden Straßenseite dient hauptsächlich als Mensa für die Fachhochschule und wurde von der Archimedes Facility-Management GmbH überplant. Unter Einhaltung des Denkmalschutzes wurde so wenig wie möglich in die alte Bausubstanz eingegriffen. Die vorhandenen Säle und Gesellschaftsräume im Erdgeschoss wurden erhalten und für eine Nutzung als Mensa für die Studierenden und Dozenten hergerichtet. Die bestehenden Küchenräume verbleiben ebenfalls, mussten jedoch für die Versorgung von bis zu 560 Personen erweitert werden. Dazu wurden Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert, Kühlräume geschaffen und Anschlüsse für eine moderne Küchentechnik gelegt. Das Obergeschoss bietet Platz für weitere Dozenten-Appartements.
Die ehemaligen Wohnhäuser an der Ulmenstraße wurden zu 29 Wohnungen für 117 Studierende in Wohngemeinschaften von der Wohn- und Wirtschaftsservice Herford GmbH (WWS) umgebaut.
Es geht weiter „vorwärts“
Die Hansestadt Herford hat sich das Erstzugriffsrecht sowohl für weitere Teile der Wentworth-Kaserne, das ehemalige britischen Wohnquartier Birkenstraße sowie die Hammersmith-Kaserne gesichert. Diese könnten im Zuge der Campusplanung mit entwickelt werden, zumal weitere Studentinnen und Studenten der FHF für das nächste Jahr avisiert sind.
Welches Potential der BildungsCampus Herford insgesamt hat, wird eine Machbarkeitsstudie im Herbst 2017 genauestens untersuchen und analysieren. Zur Schärfung des Ziels des BildungsCampus wurde bereits 2015 ein Zielfindungsprozess mit Vertretern der Bildung und Wirtschaft durchgeführt, der nun fortgeführt wird.
Die Hansestadt Herford braucht eine zukunftsweisende Strategie für die großen Flächen im östlichen Stadtgebiet. Das Integrierte städtebauliche Entwicklungs-konzept (ISEK), das im Jahr 2016 im Auftrag der Hansestadt erarbeitet wurde, umfasst rund 140 Maßnahmen für die „Konversion Stiftberg“. Geplant wird in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren. Das ISEK dient der Stadt als wichtiges Steuerungselement und ist zugleich eine Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln des Städtebaus.

Auf dem Areal der Hammersmith-Kaserne, die nur wenige Gehminuten vom BildungsCampus entfernt liegt, soll ein Wohnquartier inklusive Nahversorgungszentrum entstehen. Die Entwicklung dieses Geländes kann einen spannenden Bogen schlagen. Ziel ist, die Fläche in das vorhandene Umfeld zu integrieren und innovative Quartiersgedanken und Wohnkonzepte zu vereinen.
„Wir wollen die Chancen nutzen, die sich mit der Entwicklung der Konversion bieten“, sagt Herfords Bürgermeister Tim Kähler. „Für uns gibt es nur eine Richtung: nach vorne.“ Und wer den Bürgermeister kennt, der weiß, dass er es genauso meint. Er will Herford modernisieren und herausputzen. Seit seinem Amtsantritt 2014 hat er in Herfords Innenstadt bereits etliche Veränderungen angestoßen.

 

Kennzahlen

Bauzeit:

März 2017 bis September 2017 (Ausbaustufe 1)

Gesamtsumme:
- Fördergelder: 3,4 Mio Euro
- Stadt Herford: 18,5 Mio Euro

Flächenumgriff:
Wentworth-Kaserne ca. 10 ha
Insgesamt 8 Gebäude, 7 davon denkmalgeschützt
Kongresszentrum (DCC) mit ca. 270 Sitzplätzen
Offizierskasino mit ca. 200 qm Mensa (Ballsaal)

Studentenbetrieb:
160

Ansprechpartner
Sarah Liebing-Rath
Stadtplanerin
T 05221 18928-3
M 0151 163 164 10
F 05221 189 11 283