Digital durchstarten

Digital durchstarten wollen offensichtlich viele Unternehmen. Der Run auf Veranstaltungsformate, wie den facebook-Workshop 'digital durchstarten' am 27. Juni im Lenkwerk, zeigt, dass der Vertrieb nun auch die sozialen Medien für sich als Kommunikationskanal für vertriebliche Zwecke entdeckt hat.

Denn das Konsumentenverhalten ändert sich. Die digitale Transformation geht stetig voran. Jährlich wächst der Prozentsatz der Deutschen, die auch online kaufen. Die Auswahl im Netz ist riesig, das Internet ein großes Warenhaus. 2017 werden ca. 47,5 Prozent aller Kunden in Deutschland auch online einkaufen - zunehmend von mobilen Endgeräten.

Gerade die zunehmende mobile Internetnutzung ist es, die 68 % aller Unternehmen motiviert, auch mobil mit ihren Kunden direkt zu kommunizieren. Facebook, Instagram und Co. bieten Kurznachrichtenformate für den schnellen direkten Austausch mit dem Kunden. Sie ermöglicht eine kurze Klärung, ob ein bestimmter der Artikel auch die gewünschte Eigenschaft hat. Ein schöner Kundenservice, der die Brücke zwischen Onlinehandel und Ladenverkauf schlagen kann.

Es fehlt an konkreten Strategien

Die breit angelegte Erhebung zum Digitalisierungsstand von Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe der Universität Paderborn zeigt, dass unter anderen die vertriebsrelevanten Prozesse in den meisten Unternehmen nur wenig digitalisiert sind.

Nicole Weitzenbürger vom Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Universität Paderborn, die die Studie betreut, erläutert: "Die Unternehmen in OWL verfügen nach eigener Einschätzung schon über die Fähigkeiten und Ressourcen zur Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse. Was fehlt, ist die Umsetzungsstrategie."

Insbesondere die Kundenschnittstelle bei den meisten Unternehmen nur wenig digitalisiert. Die digitale Ausgestaltung dieser Kontaktpunkte zum Kunden stellt eine aktuelle Herausforderung für die Unternehmen in OWL dar; beispielsweise die Verfügbarkeit aktuellster Informationen auf der Website bzw. App des Unternehmens, der online basierte Verkauf von Waren oder Dienstleistungen, aber auch die Sendungsnachverfolgung bei Transaktionen.

In Zusammenarbeit mit fünf Unternehmen entwickelt der Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Universität Paderborn, der SICP - Software Innovation Campus Paderborn und InnoZent OWL e.V. nun beispielhaft Handlungsempfehlungen sowie Normstrategien. Diese sollen als Leitfaden anderen Unternehmen zur Unterstützung bei deren digitaler Transformation zur Verfügung gestellt werden. Diese Entwicklungsarbeit ist Teil der Aufgabenstellungen in dem Projekt Business 4.0 des Programms OWL 4.0.

Es fehlt an Umsetzungs-Knowhow

Die Basics der Kundenkommunikation werden auch auf die mobile Nutzung ausgerichtet. In der Praxis fehlt es an Knowhow und Mitarbeitern, die dies auch umsetzen können. Dies lässt innovative Jobs entstehen: So erweitert die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ihr Studienangebot zum Oktober 2017 um zwei innovative Studiengänge: B.A. Digital Business Management sowie B.A. Virtual Reality Management.

Die staatlich anerkannte, private Hochschule für Medien, Wirtschaft, Personal, Gesundheit und Soziales reagiert mit dem neuen Angebot auf die zukunftsweisenden Trends. Selbst fahrende Fahrzeuge, denkende Maschinen, intelligente Lagersysteme oder ein virtueller Rundgang durch die Großbaustelle von nebenan – in den nächsten Jahren wird sich unsere Welt grundlegend verändern. „In allen Branchen werden künftig Mitarbeiter benötigt, die sich in den digitalen Welten von morgen zu Hause fühlen und diese managen können.“ so Franziska Pollei von der FHM.  

Also insgesamt gute Aussichten für unser MORGEN in OWL.

 Programm

 

Redaktion und Text: Astrid Kleinkönig

Ansprechpartner
Astrid Kleinkönig
OWL GmbH, Projektleiterin OWL Arena 4.0
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