Der Mensch im Mittelpunkt

Digitalisierung bedeutet immer auch Vernetzung. Nicht nur Maschinen kommunizieren, sondern die Grenzen zwischen Fachbereichen und Abteilungen innerhalb von Unternehmen verschwimmen. Interdisziplinärer Austausch und stete Weiterbildung gewinnen an Bedeutung.

Aus diesem Grund trafen sich am 24.10.2017 vierzig Firmenvertreter und Interessierte zum Thema „Der Mensch im Mittelpunkt - Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Unternehmen“ in den Räumen des Schülerlabors der Fachhochschule Bielefeld.

Ziel der Veranstaltung, die im Rahmen des Projektes Industrie 4.0 für den Mittelstand von dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Andreas Michael organisiert und moderiert wurde, war es, zu zeigen, dass Digitalisierung mehr ist, als nur eine technologische Entwicklung. Solange der Mensch im Mittelpunkt steht, gehören Themen wie Unternehmenskultur und Weiterbildung immer auch zu Industrie 4.0 dazu.

Diese These wurde auch durch die vier Vortragenden gestützt.
André Filies von der arvato distribution GmbH berichtete von der Einführung von Fahrerlosen Transportsystemen in seinem Unternehmen. Er betonte, dass der Mensch auch weiterhin für kreative Prozesse benötigt werde, sich wiederholende Tätigkeiten, aber durchaus automatisiert werden könnten und sollten. Menschen müssten lernen gut mit Maschinen zusammenzuarbeiten. Das wäre zwar immer ein Lernprozess, der aber seiner Erfahrung nach gut gemeistert würde.

Im Gegensatz zu diesem eher technischen Ansatz, berichteten daraufhin Hanna Drabon und Tilmann Mißfeld, von der Digitalagentur comspace über ihre Methode „Spende Dein Talent“.
Kurz gesagt können mit dieser Methode Mitarbeitende ihre eigenen Talente einbringen, indem sie für ihre Kollegen Workshops zu unterschiedlichsten Themen anbieten. Die Themenvielfalt reicht von Backworkshops, über Videospielturniere, bis hin zu Lauf- und Yogagruppen. Der Clou dieser „wundervoll einfachen Methode“ ist es, dass die Mitarbeitenden mit ihrer ganzen Persönlichkeit angeschaut werden, diese in das Unternehmen einbringen und davon auch noch ihre Kolleginnen und Kollegen profitieren können. So verbessert sich sowohl die Unternehmenskultur als auch die Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Die anschließende Diskussion zeigte, die starke Relevanz des Themas für die Teilnehmenden.

Barbara Busse von „Future + You“ öffnete im Anschluss den Blick auf globale Zukunftstrends. Sie berichtete von der Rückbesinnung auf handwerklich produzierte Waren, über den Wunsch seltene Konsumgüter zu besitzen, bis hin zu dem Trend, dass Zertifikate im Berufsleben immer weniger wertvoll sind.
Durch ihre globale Perspektive half sie die Digitalisierung und den damit einhergehenden Wandel von Geschäftsmodellen als gesamtgesellschaftliches Phänomen wahrzunehmen. Indem Sie auf die Methode „Design Thinking“ verwies wurde deutlich, dass in dieser sich schnell wandelnden Welt kreatives Denken und Entwickeln von Lösungen immer wichtiger wird.

Den Abschluss der vielfältigen Veranstaltung gestaltete Jörg Schlüpmann von der Deutschen Angestellten Akademie. Er referierte über das Thema „Weiterbildung 4.0“ und verwies darauf, dass es bisher zu wenig Angebote für Ausbilder und Auszubildende gibt, sich den Anforderungen von Industrie 4.0 und der Digitalisierung zu stellen. All die traditionellen Angebote sind nicht flexibel genug, um den Bedarfen zu genügen. E-Learning, Webinare und der Einsatz von Augmented Reality können erste Lösungsansätze für dieses Problem sein. Betriebliche Bildung und lebenslanges Lernen gewinnt durch die sich stetig wandelnden Anforderungen immer mehr an Bedeutung.

Insgesamt war die Fachtagung durch die Vielfalt der Themen ein inspirierender Rundumblick auf diverse Zukunftsthemen. Diesen Eindruck bestätigen auch die positiven Rückmeldungen aus der Teilnehmerbefragung: „Gute, aufgelockerte und zielorientierte Arbeitsatmosphäre. Zeitgemäße und zukunftsorientierte Schwerpunktthemen.“ oder „Eine sehr interessante Veranstaltung unterschiedlichster Blickwinkel“.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des EFRE Projektes „Industrie 4.0 für den Mittelstand“ statt, indem KMUs aus der Region Unterstützung durch die Universitäten und Hochschule, sowie durch die Wirtschaftsförderer und Branchennetzwerke aus OWL erfahren.