Cross Cluster-Workshop bietet Gelegenheit zum erfolgreichen Austausch

Akteure aus dem Lehrbetrieb, aus Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung erarbeiten gemeinsam Lösungsvorschläge zum Thema „Lehr- und Lernkonzepte für die Zukunft der beruflichen Bildung 4.0“

Die Synergieeffekte aus den 4.0-Projekten sind sehr wertvoll für die gesamte Region OstWestfalenLippe“, sagt Holger Fischer, Projektmitarbeiter Arbeit 4.0 im Software Innovation Lab am SICP der Universität Paderborn. „Es ist unsere Aufgabe, die Region dafür zu sensibilisieren, dass Digitalisierung uns alle betrifft.“ Leider bestehe nach wie vor die Herausforderung, die kleinen Unternehmen für das Thema zu gewinnen. Gerade das sei aber laut Fischer wichtig: „Digitalisierung hat Auswirkungen auf uns alle und je länger wir den Blick davor verstellen und nicht in einen aktiven Austausch miteinander treten, desto mehr wertvolle Zeit geht uns verloren, den Wandel aktiv anzugehen und gemeinsam zu gestalten.“


Im Hinblick auf den Fachkräftemangel haben auch Unternehmen am Thema Bildung 4.0 ein großes Interesse.  „Über meine Kollegen im SICP haben wir durch das vom Kreis Paderborn finanzierte Projekt PB:BK-digital die Möglichkeit auch mit den Berufskollegs des Kreises zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, wie diese sich zukünftig besser aufstellen können“, erzählt Holger Fischer. Dabei werden Fragen bearbeitet wie: Wie organisieren wir Rahmenbedingungen und die technische Infrastruktur an Berufskollegs und wen können wir ansprechen, wenn wir Fragen zu den technischen Gerätschaften im laufenden Betrieb haben?


Der Workshop zum Thema ‚Lehr- und Lernkonzepte für die Zukunft der beruflichen Bildung 4.0‘ bringt alle am Bildungsprozess beteiligten Charaktere miteinander ins Gespräch. In Kleingruppen erarbeiten Lehrkräfte und Lernende gemeinsam mit Unternehmensvertretern und Beschäftigten aus Wissenschaft und Verwaltung Problemstellungen und Lösungsansätze. Für Nicolas Fiekens, Berufsschullehrer am Berufskolleg Kreis Höxter, eine tolle Gelegenheit, um sich auszutauschen: „Ich erhoffe mir vom heutigen Tag, Stolpersteine zu identifizieren, die andere in der Anwendung der neuen Technologien haben.“ Neben der Finanzierung und des häufig fehlenden Know-Hows im Umgang mit der neuen Hardware, stelle auch das Thema Datenschutz eine große Herausforderung dar. „Viele der neuen Technologien, die man einsetzen könnte, wie beispielsweise Cloud-Systeme, darf man im Schulalltag gar nicht verwenden, da personenbezogene Daten nicht im Internet gespeichert werden dürfen“, erklärt Fiekens.


Nach verschiedenen Phasen der Herausforderungs- und Lösungsfindung präsentieren am Ende des Tages sieben Gruppen ihre visionären Prototypen, die den Lehr- und Lernalltag 4.0 bereichern sollen. Bei der Vorstellung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Während einige anhand eines LEGO-Modells ihre Idee präsentieren, haben andere Bastelmaterialien und Plastikbecher benutzt oder ein Rollenspiel erarbeitet. Holger Fischer freut sich über die unterschiedlichen Ergebnisse: „Eine Gruppe hat eine technische Lösung entworfen und über einen intelligenten Ring nachgedacht, der in der Lage ist, Informationen zu visualisieren, andere haben sich mit der Frage danach beschäftigt, wie man ein kreatives Umfeld in der Berufsschule schaffen kann. Florian Rittmeier vom Projekt Business 4.0 und ich freuen uns über den regen Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren und hoffen, dass wir vielleicht ein paar der neuen Geschäftsideen dokumentieren können.“ Auch Nicolas Fiekens empfand den Austausch als sehr fruchtbar: „Neben Leuten aus der Wissenschaft, aus Unternehmen, Schülern und Berufsschullehrern saß bei mir auch ein IT-Dienstleister mit am Tisch, der die Zusammenarbeit mit Schulen und Verwaltung aus seiner Sicht schilderte. Er zeigte mir als eines der Probleme das ‚Stille-Post-System‘ zwischen Lehrern, Verwaltungen und den IT-Dienstleistern auf, das zur Folge hat, das wichtige Informationen verloren gehen. Solche Stolpersteine kommen durch die Heterogenität der Gruppen heute wunderbar zutage und das ist sehr spannend für mich.“


Der Design Thinking-Workshop zum Thema „Lehr- und Lernkonzepte für die Zukunft der beruflichen Bildung 4.0“ ist eine beispielhafte Cross Cluster-Arbeit zwischen zwei der zehn OWL 4.0-Projekte. Die beiden Projekte Arbeit 4.0 und Business 4.0 arbeiten schon seit längerem intensiv zusammen und haben neben dieser bereits weitere Veranstaltungen miteinander gestaltet.

Ansprechpartner
Holger Fischer
Universität Paderborn, SICP
T 05251 5465-209