"Arbeit 4.0 ist wie die Dr. Sommer-Seite in der BRAVO früher!" (Klaus Jansen)

Kommt die Diskussion um Arbeit 4.0, New Work und Arbeiten in der digitalen Welt eigentlich bei der Masse der Beschäftigten an? Machen Busfahrer Home-Office und drucken Bäckerinnen das Brötchen am 3D-Drucker aus?

Im Anschluss an die kurze Einstiegspräsentation, in der verschiedene Zugänge zum Thema "Arbeit 4.0" gegeben wurden, diskutierten die Workshopteilnehmenden entlang zentraler Fragestellungen:

  • Für wen und inwieweit ist Arbeit 4.0 überheupt ein Gestaltungsthema (nicht nur Technologiefolge)?
  • Geht es dabei um mehr als eine Anpassung an die technologische Veränderungen durch die technische Digitalisierung?
  • Wie elitär ist die "New Work"-Diskussion - "dürfen" dabei nur formal gut (aus-)gebildete mitmachen?
  • Siehe zu weiteren Fragestellungen den beigefügten Chart als Bild

Wesentliche Ergebnisse des Workshops:

  • Es gibt viele Zugänge und Blickwinkel auf das Thema Arbeit 4.0, je nach eigenem Hintergrund, Wissen zum Thema und eigener Arbeitsrealität
  • Es gibt keine Königswege, wie Arbeit 4.0 genau auszusehen hat - das ist ein unternehmensindividueller Aushandlungsprozess (ähnlich wie bei Industrie 4.0 im Produktionsbereich)
  • Verantwortung dafür, dass die technologische Digitalisierung auch menschengerechte(-re), faire, gute Arbeit(-sbedingungen) schafft, tragen Mitarbeitende und Führungskräfte gemeinsam und zu gleichen Teilen
  • "Auch wenn auf der Galeere Luftschlangen aufgehängt werden, muss ja doch gerudert werden!" - menschenzugewandte Gestaltungen von Arbeit 4.0 gelingen dann eher, wenn sie parallel den Interessen gewinnorientierter Unternehmen als auch den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeitenden gerecht werden
  • Gerade formal hoch ausgebildete Fachkräfte werden nach wie vor mit klassischen Karrieremustern und Karrierewegen konfrontiert - trotz bahnbrechender technischer Fortschritte, scheint sich "Karriere" immer noch primär über einen vertikalen Aufstieg zu definieren - So wird das aber nix, mit einer anderen Arbeitswelt 4.0
  • Formal geringer Qualifizierte haben gleichfalls keine "Anspruchsgewohnheiten" bzw. sind u.U. auch durch künftig angereicherte, mehr Verantwortung schaffende neue Tätigkeiten überfordert (in gewisser Weise steht dies im Kontrast zur Wissenschaft, die in Anreicherung und Aufwertung der Tätigkeiten eine bessere Arbeitsrealität für einfache Arbeiten postuliert)

Kurzum: Es ist dringend geboten, eine breitere Debatte um Arbeitswelten 4.0 zu etablieren, die den vielfachen Zugängen und Ausgangsrealitäten unterschiedlicher Betroffener mehr Raum gibt - also in der das gesamte Spektrum von "New Work - Yoga" bis zur Ermöglichung guter Arbeitsbedingungen für "Einfacharbeit" einbezogen wird.

Und deshalb: Arbeit 4.0 ist (derzeit) wie die Dr. Sommer-Seite in der BRAVO früher! Weil alle denken, dass alle anderen was davon verstehen, eigentlich niemand genau Bescheid weiß und deshalb alle so tun, als wüssten sie selbst schon wie das genau geht.

Danke an alle Mitwirkenden des Workshops - jederzeit wieder!

 

 

 

Ansprechpartner
Klaus-Peter Jansen
OWL GmbH
T 0521/96733286