„Alles verändert sich in 2018 – aber was denn genau?“ (Hanna Rammig)

Die Digitalisierung verändert alles! Auf jeden Fall die Arbeitswelt. Komplett, radikal. Unumkehrbar. Das haben wir in 2017 ständig gehört, in allen Medien, bei vielen Veranstaltungen, sogar beim Smalltalk auf dem Weihnachtsmarkt. Bei der Entwicklung der Szenarien zur Zukunft der Arbeitswelt in OWL haben wir bemerkt, dass wir wirklich noch viele Unsicherheiten spüren. Wir haben mit einem bunt gemischten Expertenteam aus der Region die Fragen erörtert, wie sich Arbeitszeitmodelle verändern, welche Auswirkungen der digitale Wandel auf Arbeitsprozesse hat und wie sich die Unternehmenskultur anpassen könnte. Aus sehr vielen unsicheren Entwicklungen haben wir die in sich schlüssigen Zukunftsbilder abgeleitet – und festgestellt: Es sind noch sehr viele Fragen offen.

Vielen Mitarbeitenden, aber auch vielen Menschen in Führungsverantwortung ist die Diskussion um „Arbeit 4.0“ zu abstrakt. Sie wollen wissen, was sich konkret verändert, und was sie selbst tun können oder sogar tun müssen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Um konkretere Antworten geben zu können, haben wir die Szenarien bewertet und die erwartete Zukunft untersucht. Vorab: Diese erwartete Zukunft spielt nicht unbedingt schon in 2018, aber die Veränderungen sind an vielen Stellen schon jetzt sichtbar. So, wie die gesamte Digitalisierung nicht erst kürzlich erfunden wurde, sondern einfach an Bedeutung und Dynamik gewinnt. Die skizzierten Veränderungen werden also in 2018 auf jeden Fall für jeden von uns bemerkbar sein.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Digitalisierung nicht für jedes Unternehmen gleich aussieht. Wie Klaus Jansen in seinem Dezember-Beitrag beschrieben hat, werden auch in der Zukunft Busfahrer kein Homeoffice machen und die Brötchen nicht aus dem 3D-Drucker kommen. Es geht auch nicht um eine technologische Veränderung von außen, die uns zwingt, mitzumachen oder zu sterben, sondern es ist ein „unternehmensindividueller Aushandlungsprozess“. Wir können selbst gestalten – das ist die gute Nachricht.

Es gibt aber durchaus Herausforderungen: Die Veränderungen kommen nicht nur aus der Technologie, und sie betreffen weitaus mehr als nur die Technologie. Es reicht also nicht, schicke neue Laptops zu kaufen und den Mitarbeitenden eine Social Media-Schulung zu verordnen. Wir müssen uns mit dem Thema umfassender beschäftigen. Da ist zuallererst die Kommunikation, die immer wichtiger wird. Je mehr Prozesse automatisiert oder dezentralisiert ablaufen, desto wichtiger ist es, dass wir im Unternehmen miteinander sprechen. Wir haben dazu viele neue Kanäle wie Skype, Plattformen wie Sharepoint und Confluence oder auch Social Media zur Verfügung. Unser Plädoyer für 2018: Nutzen Sie die vielfältigen Kommunikationswege intensiv!

Viel diskutiert ist das Thema Qualifikation. Brauchen wir für die veränderten Arbeitsanforderungen der Zukunft andere Kompetenzen? Welche, und wie erlangen wir und unsere Mitarbeitenden sie? (Weiter-)Bildung 4.0 ist ein spannendes, umfassendes Thema. Es geht eben nicht nur um Technologiekompetenzen, sondern um die nutzenbringende Anwendung und um die immer wichtiger werdenden Soft Skills. Schließlich sind es unsere Empathie und unsere Fähigkeit zur Teamarbeit, die uns von Robotern unterscheiden und noch lange unser „Wettbewerbsvorteil“ sein werden!

Die Themen Innovation und neue Geschäftsmodelle sind ebenso heiß diskutiert. Wo lauern unsere neuen Wettbewerber, die wie Uber, airbnb & Co. Unseren Markt revolutionieren werden? Welche Ideen haben die regionalen KMU selbst, und wo bekommen sie Unterstützung bei der Umsetzung? Aus Zukunftsszenarien kann man viele Hinweise ablesen, wo die Reise hingehen könnte. Mit geeigneten Tools lassen sich auch im kleineren Rahmen spannende Diskussionen führen und konkrete Ideen ausarbeiten.

Schlussendlich, und das ist naturgemäß der dickste Brocken, das Thema Unternehmenskultur. Der digitale Wandel ermöglicht uns in vielen Bereichen, freier zusammenzuarbeiten. Aber es ist darüber hinaus wieder nicht nur die Technologie, sondern auch die Veränderungen durch die neue Generation unserer Mitarbeitenden und ganz besonders der steigende Anspruch an die Unternehmensführung, neue und alte Welten zu verknüpfen und dabei einen möglichst positiven und nachhaltigen Ertrag zu erwirtschaften. Eine hehre Aufgabe – aber im konstruktiven Dialog zwischen Mitarbeitenden und Führung zu schaffen. Wenn wir vom Projektteam mit unseren Angeboten auf dem Weg in die Zukunft ein klein wenig unterstützen können, dann haben wir unser Ziel für 2018 erreicht. Wenn Sie mehr zu unseren kostenfreien Unterstützungsangeboten zu den Themen Digitalisierung und Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation, Kompetenzentwicklung, Personalführung, Gesundheitsförderung und Personalmarketing erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Wir freuen uns auf ein gutes, erfolgreiches Gestalten der Zukunft gemeinsam mit Ihnen im Jahr 2018!

Ansprechpartner
Hanna Rammig
ScMI AG
T 05251 150-581