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Interdisziplinäre Qualifizierung: Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien

Roland Willrich, Bereichsleiter Berufsbildungszentrum
„Bei der Gebäudeautomation treffen viele Gewerke aufeinander. Daher bilden wir Koordinatoren aus, die den Überblick behalten.“
Herausforderung

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Geschäfts- und Produktionsprozesse im Handwerk. Moderne Systeme der Gebäudeautomation lassen die Grenzen zwischen den Gewerken verschwimmen, steigern die Komplexität und stellen Fachkräfte vor neue Anforderungen. Gleichzeitig veraltet erworbenes Wissen immer schneller. Dieser Wandel erfordert die Vermittlung neuer Kompetenzen und eine kontinuierliche, lebenslange Weiterbildung.

Lösung

Die logische Antwort auf diese Herausforderung gab die Handwerkskammer OWL 2014 mit der Gründung des Bereichs „Intelligente Gebäudetechnologien“ im Berufsbildungszentrum. Hier treffen die Fachbereiche Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Lüftungs-, Elektro- und Metalltechnik sowie das Kompetenzzentrum „Technisches Facility Management – Energie- und Gebäudetechnik“ zusammen. Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit: handlungs- und kompetenzorientierte Bildungsangebote im Bereich intelligenter Gebäudetechnologien, die sich in der Praxis beweisen. Gefordert sind insbesondere Lehrgangskonzepte, die mit der Berufstätigkeit vereinbar sind und so ein lebenslanges Lernen ermöglichen.

Realisierung

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung neuer Bildungsangebote ist die Qualifizierung zur „Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien“. Der Lehrgang ist im Januar 2017 gestartet und vermittelt Gesellen und Meistern gezielt Schnittstellenkompetenzen – über die Grenzen der verschiedenen Gewerke hinweg. Umgesetzt wird der Lehrgang mithilfe eines Blended Learning-Konzepts. Dabei werden Selbstlernphasen und Präsenzphasen kombiniert. Die Teilnehmer erarbeiten sich die Inhalte zunächst anhand von Lernskripten von Zuhause aus. Über eine Onlineplattform erfolgt ein begleitender Austausch mit dem Dozenten und anderen Lehrgangsteilnehmern. Bearbeitete Aufgaben können hier hochgeladen und Fragen diskutiert werden. Für jedes der neun Module steht den Teilnehmern eine Bearbeitungszeit von 3–4 Wochen zur Verfügung. Im Anschluss an jede Selbstlernphase findet eine zweitägige Präsenzphase statt, in der das neue Wissen ausführlich diskutiert und in die Praxis überführt wird. Als Lehr- und Anschauungsbeispiel dient die sichtbare und zugängliche Gebäudetechnik vor Ort. Die baulichen Strukturen des Campus Handwerk unterstützen so die konsequente Umsetzung des handlungsorientierten Bildungsansatzes. Nach insgesamt neun Monaten schließen die Teilnehmer den Lehrgang mit einer Prüfung ab.

Ergebnis

Der Lehrgang ist ein gutes Beispiel für erfolgreiche neue Aus- und Weiterbildungsangebote im Handwerk. Das zeigt sich neben der Vereinbarkeit von Weiterbildung und Berufstätigkeit auch in der praxisorientierten Vermittlung von Kompetenzen, die am Markt gefragt sind. Fachkräfte für intelligente Gebäudetechnologien treten z.B. als Partner und Berater von Architekten und Planern auf. Sie unterstützen den Endkunden dabei, den passgenauen Umfang von Automatisierungslösungen für ihre Anforderungen zu definieren. Durch das gewerkeübergreifende Know-how und ihre Koordinationskompetenz unterstützt die Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien einen reibungslosen Ablauf der Bauprozesse.

Kommen Sie vorbei!

Sehen Sie sich dieses und andere Beispiele erfolgreicher Digitalisierung in OWL live vor Ort an. Für Gruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik bieten wir geführte Präsentationen an. Melden Sie sich beim Besuchermanagement der OWL Arena 4.0 für eine Führung an:

Besuchermanagement OWL Arena 4.0
Tel: +49 521 96733-285
besucherfuehrung@owl-morgen.de

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Ansprechpartner
Almut Ranft
OWL Maschinenbau e.V., Projektleiterin Arbeit 4.0
T 0521 988775-14