Projekt SynErgieOWL - Power to X-Technologien ermöglichen Durchbruch in der Sektorenkopplung

Die Herausforderung der Energiewende treibt den Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen stetig voran. In 2017 lag der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bereits bei nahezu 39 %. Dieser kann oft nicht verbraucht werden. Die wetterbedingten Schwankungen bei der Erzeugung von ökologisch-sauberem Strom durch Sonne und Wind sowie fehlende Speicher zwingen die Netzbetreiber Schwankungen zwischen einer Unter- und Überproduktion mit konventionell erzeugtem Strom auszugleichen um eine stabile Stromversorgung darzustellen.

Hier setzt die Sektorenkopplung an

Sie verbindet und optimiert die drei energiewirtschaftlichen Bereiche Strom, Wärme und Verkehr durch intelligente digitale Systeme, um den produzierten Strom zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen und effizient zu nutzen. Die Sektorenkopplung wird deshalb als unverzichtbare Schlüsseltechnologie der Energiewende angesehen.

OWL nutzt Schlüsseltechnologie

Um aus den bereits gut vernetzten Einzelkomponenten der Energieregion OWL ein intelligentes Energiesystem zu schaffen und OstWestfalenLippe als Modellregion für Sektorenkopplung zu positionieren, ist im Juni 2018 das Projekt SynErgieOWL gestartet. Gemeinsam haben neun regionale, zumeist mittelständische Projektpartner unter der Konsortialführung des Energie Impuls OWL e.V. den Zuschlag im Klimaschutzwettbewerb EnergieSektorenkopplung.NRW der nordrhein-westfälischen Leitmarktagentur erhalten. Während einer Projektlaufzeit von zwei Jahren werden 2,1 Millionen Euro, gefördert von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen, in die Region OstWestfalenLippe fließen.

Das Projekt will in Zusammenarbeit mit mindestens 25 Modellhaushalten erproben und demonstrieren, wie zunehmende Überschüsse der Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik CO2-reduzierend und wirtschaftlich sinnvoll in den Bereichen Wärmeanwendung und E-Mobilität genutzt werden können. Durch sogenannte Power to X-Technologien sollen wesentliche Anteile des Stromverbrauchs für die genannten Bereiche in die Zeiten verlagert werden, in denen die Rate kostengünstiger Erneuerbarer Energien besonders hoch ist. Möglich wird dies durch eine neue technologische Grundlage der Kommunikationstechnik, der 450 MHz-Technik des Verteilnetzbetreibers. Auf dieser Basis sehen die beteiligten Komponentenhersteller nun einen echten kommerziellen Anreiz, ihre Technologien weiter zu entwickeln und damit das Flexibilisierungspotential wesentlich zu erhöhen.

Power to Heat

Anstatt beispielsweise Windkraftanlagen bei zu hohem Windaufkommen und damit einhergehender erhöhter Stromproduktion abzuschalten, weil die Stromnetze den überschüssigen Strom nicht mehr aufnehmen können, soll dieser durch intelligente Steuerungssysteme in elektrische Heizsysteme (Wärmepumpen, Speicherheizungen) von Privathaushalten gespeist werden.

Power to Mobilty

Auch bei diesem technologischen Ansatz wird der ansonsten abgeregelte Strom für das Laden von Elektrofahrzeugen eingesetzt. Der Ladevorgang findet bestenfalls genau dann statt, wenn der Ökostrom besonders kostengünstig am Markt verfügbar ist. Durch die Speicherung der Energie in den Akkus der Fahrzeuge ist theoretisch auch eine Rückspeisung in das Stromnetz möglich. Auch die Power to Mobility-Technologie ist auf eine intelligente Vernetzung von Geräten, Haushalten, Netzbetreibern und Anbietern angewiesen.

Um diese Power to X-Prozesse zu optimieren, arbeitet das Projekt SynErgie OWL an der Entwicklung konkreter Geschäftsmodelle für Stromanbieter, Verteilnetzbetreiber und Hersteller von Regelungstechnikkomponenten, Wärmepumpen sowie Infrastrukturen für E-Mobilität. Darüber hinaus liefert es belastbare Ergebnisse über die Senkung der EEG-Differenzkosten sowie Vorschläge für die rechtlichen Bedingungen zur Stromkostenreduzierung in der Sektorenkopplung Strom - Wärme und Strom – Mobilität.

 

Projektpartner:

  • Energie Impuls OWL e.V.
  • Hochschule Ostwestfalen-Lippe
  • Keitlinghaus Umweltservice
  • Ottensmeier Ingenieure GmbH
  • Siekerkotte GmbH
  • tekmar Regelsysteme GmbH
  • wallbe GmbH
  • Waterkotte GmbH
  • Westfalen Weser Netz GmbH
  • WestfalenWIND Strom GmbH

 

Projektlaufzeit: Juni 2018 – Mai 2020

Mehr Informationen


SynErgieOWL
Ansprechpartner
Amir Giebel
Energie Impuls OWL e.V., Projektleitung
T 0521 44 818 377