Zukunftsorientierte Regionalentwicklung für OWL

Eine Kurzvorstellung der fünf neuen Regio.NRW Projekte in OstWestfalenLippe

© MWIDE NRW

Im Rahmen des Projektaufrufs „Regio.NRW“ hat ein Gutachtergremium fünf Projekte aus OstWestfalenLippe zur Förderung empfohlen. Darin entwickeln die OstWestfalenLippe GmbH, Brancheninitiativen, Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Kammern, Hochschulen und weitere Organisationen neue Ansätze, um die Potenziale der digitalen Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft zu erschließen. Dabei geht es um neue Technologien, digitales Marketing, zirkuläre Wertschöpfung, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und Corporate Social Responsibility. Die Projekte sollen bis zu vier Millionen Euro Förderung des Landes erhalten und werden voraussichtlich im Sommer starten.

 

OstWestfalenLippe 2025

Im Projekt OstWestfalenLippe 2025 erarbeiten rund 40 Partner eine Strategie mit neuen Konzepten für die Regionalentwicklung in den Jahren 2022 bis 2025 in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Verwaltung, Infrastruktur und Mobilität. Dabei wird die Digitalstrategie des Landes zugrunde gelegt und auf eine ganze Region angewendet. Mit neuen Ansätzen sollen Unternehmen (insbesondere KMU) in den Kernbranchen aktiviert werden. Dazu gehören das Aufzeigen von branchenspezifischen Lösungen sowie Modellprojekte und Transformationsstrategien. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Qualifizierung von Multiplikatoren. Dadurch werden neue Zugänge geschaffen, um Unternehmen bei der digitalen Transformation zu begleiten. Das Projekt ist die Plattform für die Umsetzung des Handlungskonzepts OWL 4.0. Es bietet allen Projekten Formate für Erfahrungsaustausch, Zusammenarbeit, Transparenz und Vermarktung der Angebote. Es besteht der Anspruch, in Zusammenarbeit mit anderen Regionen ein Modell für Regionen in NRW zu entwickeln.


Projektkoordination:
OstWestfalenLippe GmbH, Wolfgang Marquardt, w.marquardt@ostwestfalen-lippe.de



Digitale Kundenschnittstelle

Die Digitalisierung verändert die Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsbeziehungen in den wichtigen Leitmärkten von NRW teils drastisch. Während unter dem Schlagwort der vertikalen Digitalisierung bekannte und erlernte Mechanismen der Rationalisierung greifen, tun sich Unternehmen bei der digitalen Gestaltung der Wertschöpfungsbeziehungen und hier insbesondere der Kundenschnittstelle extrem schwer.
Trotz hervorragender technologischer Kompetenzen und führender Produkte droht der Kundenzugang an oft branchenfremde Wettbewerber mit hoher digitaler Gestaltungskompetenz verloren zu gehen. Das Projekt will hier rechtzeitig mithilfe eines Innovations- und Kompetenznetzwerks für einen notwendigen und beschleunigten Dialog- und Lernprozess insbesondere im Mittelstand sorgen. Die beiden Regionen Dortmund und OWL bieten mit der bereits auf der technologischen Ebene bestehenden engen Zusammenarbeit in wichtigen Leitmärkten wie dem Maschinenbau/Produktionstechnik eine hervorragende Grundlage, um Wertschöpfung in NRW zu sichern und zu entwickeln.


Projektkoordination: InnoZent OWL e. V., Michael Kemkes, mkemkes@innozentowl.de



CirConomyOWL

Mit „CirConomyOWL“ realisieren die fünf Innovationsnetze der Region zusammen mit dem VDI OWL und der FH Bielefeld ein Kompetenznetzwerk zur Umsetzung des Handlungskonzeptes OWL 4.0 für einen zukunftsfesten Produktionsstandort. „CirConomyOWL“ greift die aktuellen Herausforderungen durch volatile Rohstoffpreise, die exponentiell ansteigende Verwendung von Micro-Elektronik in Bauteilen zur Internetanbindung (Industrie 4.0, Internet of Things), Verbundmaterialien in Leichtbauprodukten und Verpackungen sowie reduzierte Deponiemöglichkeiten für Baumaterialien auf. Akteure in Unternehmen, Hochschulen, Multiplikatoren, Gesellschaft und Politik werden für die wachsenden Chancen der zirkulären Wertschöpfung qualifiziert. Hierbei werden Produkte, Bauwerke, Bauteile oder Materialien von Anfang an so konzipiert, dass sie in stetigem Kreislauf – ohne Deponie oder Downcycling – eingesetzt werden können. Durch ein gezieltes Capacity Building und die Modellierung eines regionalen Innovationsökosystems für zirkuläre Wertschöpfung werden mit „CirConomyOWL“ Handlungsmöglichkeiten in der komplexen Akteursstruktur der zirkulären Wertschöpfung erarbeitet. Die besonders ausgeprägten Kompetenzen der Region bei Industrie 4.0 und Digitalisierung ermöglichen besondere Realisierungschancen für die zirkuläre Wertschöpfung am Produktionsstandort OWL.


Projektkoordination: Energie Impuls OWL e. V., Klaus Meyer, meyer@energie-impuls-owl.de



Work & care

Das Projekt „work & care“ sensibilisiert und aktiviert kleine und mittlere Unternehmen in OWL, die Entwicklung und Umsetzung betriebsinterner Maßnahmen zur Unterstützung pfle-gender Angehöriger voranzutreiben. Dabei entstehen neue betriebliche Partnerschaften, die dabei helfen, sowohl die persönlichen (Armuts-)Risiken verminderter Erwerbstätigkeit als auch die betrieblichen Risiken des Verlusts qualifizierter Fachkräfte zu verringern oder zu vermeiden. Die Arbeitskraft und das Wissen qualifizierter Beschäftigter bleibt erhalten, ob-wohl sie der doppelten Belastung durch Berufstätigkeit und durch Pflege eines Familienmit-gliedes ausgesetzt sind. Anknüpfungspunkte sind die Vernetzung der Unternehmen, digitale Technik und soziale Innovation für die KMU. Darüber hinaus werden pflegende Angehörige direkt durch die Hilfe zur Selbsthilfe, technische Assistenzsysteme und die Aktivierung des sozialen Umfeldes in der Lebenswelt (Nachbarschaft und Quartier) unterstützt.


Projektkoordination:  ZIG – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, Uwe Borchers, borchers@zig-owl.de



CSR 4.0 OWL

CSR ist ein Konzept, das auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in die Unternehmenstätigkeit und in die Beziehungen mit Partnern wie Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern integriert. Bei CSR 4.0 steht die Verantwortung von Unternehmen in der digitalen Transformation im Vordergrund. Mit der zunehmenden Digitalisierung werden KMU mit steigenden Ansprüchen der Gesellschaft konfrontiert.
Um gegenüber ihren zahlreichen Stakeholdern verantwortungsvoll und nachhaltig erfolgreich zu agieren, müssen die Betriebe CSR und Digitalisierung als integrale Bestandteile ihrer Unternehmensstrategie kohärent nutzen.
Das Projekt CSR 4.0 bietet hierzu praxisorientierte Unterstützung: Mehr als 1.800 Unternehmen werden in OWL sensibilisiert und in verschiedenen Formaten zielgenau qualifiziert. Dadurch stärken die Betriebe nicht nur ihre Resilienz gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern nutzen digitale und nachhaltige Ressourcen gleichermaßen für ihre aktuelle Wettbewerbsposition.
OWL als die führende Industrie 4.0-Region ist das ideale Terrain für die Integration von Verantwortung in die digitale Transformation. In dieser technologieorientierten Mittelstandsregion liegt CSR in der „DNA“ der meist familiengeführten KMUs.


Projektkoordination:
GILDE Wirtschaftsförderung GmbH, Gildezentrum Detmold, Rolf Merchel, merchel@gildezentrum.de



Ansprechpartner
Wolfgang Marquardt
T 0521 96733-22