Kommunale Wirtschaftsförderer besuchen Schaufenster und machen sich fit für 4.0

Wirtschaftsförderer stehen vor der Aufgabe, KMUs für das Thema Digitalisierung zu sensibilisieren und ihnen Chancen im Rahmen ihrer finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten aufzuzeigen.

„Besonders die kleinen Betriebe mit 10 bis 25 MitarbeiterInnen müssen zeitnah das Thema Digitalisierung angehen, damit sie nicht auf der Strecke bleiben“, erklärt Gudrun Kristen, kommunale Wirtschaftsförderin bei der Alten Hansestadt Lemgo. Zusammen mit 11 weiteren MitarbeiterInnen aus Wirtschaftsförderungen, Branchennetzwerken und Kammern in Ostwestfalen-Lippe, besichtigt sie im Rahmen des it’s OWL-Verbundprojektes „NRW Innovationspartner“ zwei Standorte der Schaufenster Tour 4.0 als Beispiele für Digitalisierung in der Praxis. Denn: „Wir als Unterstützer und Impulsgeber müssen uns natürlich selber erst mal einen Überblick darüber verschaffen, was im Bereich Industrie 4.0 heute schon möglich ist.“

Die Firma Hettich als weltweit führender Hersteller von Möbelbeschlägen präsentiert der Besuchergruppe mit ihrer vollautomatischen und vernetzten Produktionshalle ein innovatives, digitales Lösungsbeispiel für die Produktvielfalt von Morgen. Mit Hilfe intelligenter Maschine-Maschine-Kommunikation können individuelle Kundenwünsche effizient bearbeitet und gleichzeitig Kosten gesenkt werden. „Große Firmen wie Hettich fahren ihre Innovationsstrategien“, stellt Gudrun Kristen beeindruckt fest. „Die brauchen keine Unterstützung von uns Wirtschaftsförderern. Die Herausforderungen sind die kleineren KMUs, die aufgrund der Anspannung durch die aktuell gute wirtschaftliche Lage nicht weiterdenken können, als über Probleme wie den Fachkräftemangel hinaus. Auch diese müssen zeitnah an das Thema Digitalisierung herangeführt werden.“

Gerade diesen Unternehmen wird im Innovationszentrum Fennel in Bad Oeynhausen die Tür zur digitalen Arbeitswelt von morgen geöffnet. In einer Lehrfabrik zeigt die Deutsche-Angestellten-Akademie (DAA) auf über 3.500qm Ausbildungsfläche an praktischen Beispielen, wie KMUs Technologien effizient für ihr eigenes Unternehmen nutzen können. Um Wirtschaftsförderer und weitere Transfermittler zu unterstützen, ermöglicht die DAA interessierten Unternehmen Praxisschulungen zu einem 4.0-relevanten Thema im Bereich Konstruktion oder Programmierung. „Wir versuchen dabei zu helfen, den kleinen und mittleren Unternehmen die Berührungsängste zu nehmen“, erklärt DAA-Projektreferentin Rebecca Priemer. „Besonders Fachfremden möchten wir zeigen, dass das gar nicht so schwer ist, wovon alle anderen reden.“ Für Gudrun Kristen ein tolles Angebot: „Unsere Aufgabe als Wirtschaftsförderer ist es, die Notwendigkeit aufzuzeigen, das Thema Digitalisierung nicht wegzuschieben, sondern anzugehen. Dafür brauchen besonders die kleineren Betriebe einen Anschub, Ideen und Schulungen.“

Ansprechpartner
Jan Großewinkelmann
Projektmanager
T 0521 96733-285