"Anhalten, wenn es piept? Wie Assistenzsysteme unsere mündigen Mitarbeiter besser machen können." (P. Topp)

Im Auto haben wir sie schon lange und wollen das ein oder andere nicht mehr missen. Mittels Ultraschall, Radar, Lidar oder Kamera werden lieb gewonnene Helfer wie Einparkhilfe, Spurwechselassistent, Abstandswarner und Totwinkelüberwachung gesteuert.

Nicht zuletzt die Sicherheit profitiert hiervon deutlich und die Vorteile liegen auf der Hand:

Der Fahrer wird entlastet und kann seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf das Wesentliche richten - die Steuerung des Autos und die Anforderungen des Straßenverkehrs.

Die Assistenzsysteme sollen vor Gefahren warnen und wenn nötig eingreifen, bevor es zu folgenreichen Fehlern kommt. Der Fahrer ist durch die Assistenzsysteme aber keineswegs aus der Verantwortung gezogen. Er oder Sie sind immer noch diejenigen, die bremsen, lenken und bestimmen wo es hingehen soll. Theoretisch könnte der Fahrer ja auch das Piepen des Einparksensors ignorieren bis es kracht – wäre ihm jedoch nicht zu empfehlen.

Genauso sollten Assistenzsysteme 4.0 verstanden werden. Als Unterstützung und nicht als Ersatz für den Arbeitnehmer. Sie dienen dem Nutzer zur Unterstützung und Hilfe in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Handlungen.

In immer größer werdenden Anforderungen und der Schnelllebigkeit des Arbeitsalltags, sollen die Assistenzsysteme dabei unterstützen, den Arbeitnehmer flexibel, kompetent und somit mündig zu halten. Wenn die Taktung zwischen Wissensbedarf und Wissensbefriedigung immer kürzer wird, können die Assistenzsysteme die kleinen Helferlein sein, Neues schnell zu lernen oder vor Fehlern zu warnen, bevor sie gemacht werden.

Um dieser Unterstützungsfunktion gerecht zu werden, müssen sich die Assistenzsysteme sowohl an den Anforderungen als auch an den Kompetenzen der Arbeitnehmer orientieren. Die Systeme sollten intuitiv funktionieren und on-the-job nicht in den Vordergrund treten. Nicht zuletzt muss man die Ergonomie der Assistenten berücksichtigen, denn wer möchte schon unbequeme Motion Capturing Anzüge anziehen oder Datenbrillen aufsetzen, die zu Druckstellen führen – nicht gerade eine motivationale Steigerung.

Assistenzsysteme sollten sich demnach den Handlungsablauf der Arbeitnehmer anpassen und nicht umgekehrt. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn die Helfer mobil sind. NFC-fähige Ringe oder Armbänder, Tablets/Smartphones, Headsets oder Datenuhren sind praxiserprobte Beispiele.

Möglichkeiten und Technologien gibt es viele und die Tendenz ist steigend. Daher wird es weiterhin die Aufgabe der Verantwortlichen sein, stets herauszufiltern, welche Systeme dem Mitarbeiter wirklich helfen, um seine Arbeit weiterhin störungsfrei und motiviert auszuführen – denn Ihre Mitarbeiter sind immer noch die, die bremsen, wenn es piept!

Ansprechpartner
Philipp Topp
DAA Innovationszentrum Fennel
T 05731 3030-130